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Tresor Sicherheitsstufen und Brandschutzklassen

Anhand von Tresor Sicherheitsstufen und Brandschutzklassen lässt sich erkennen, wie lange es dauert, einen Tresor ohne Schlüssel oder Code zu öffnen beziehungsweise, wie lange er seinen Inhalt vor Hitzeeinwirkung schützt, ohne dass dieser Schäden davonträgt.
Je höher die Schutzklasse ist, desto mehr Zeit benötigt man mit mechanisch wirkenden Werkzeugen (etwa Stemmeisen, etc.) und solchen, die thermisch wirken (z.B. Schneidbrenner, etc.), um den Tresor zu öffnen. Diese Zeit wird in RU (= engl. resistant units) kodifiziert; somit ist nicht erkennbar, wie viele Minuten für die Öffnung tatsächlich benötigt werden.
Je höher der Wert der Dinge ist, die Sie in einem Tresor verwahren wollen, desto höher muss die Sicherheitsstufe sein. Denn die bestimmt neben der Zeit, die man zum unbefugten Öffnen braucht, auch die Summe, mit der der Inhalt des Safes versichert werden kann. Mehr zu diesem Thema finden Sie auf unserer Beratungsseite „Versicherungssummen von Tresoren“.

 

Inhalt
Sicherheitsvorkehrungen für den Einbruchschutz bei Tresoren
Alle Sicherheitsstufen für Tresore in einem ersten Überblick
Die Widerstandsgrade laut der EN 1143
Sicherheitsstufe S1 und S2
Sicherheitsstufe 0
Sicherheitsstufe 1
Sicherheitsstufe 2-6
Generelle Sicherheitsmerkmale
Widerstandsklassen laut VDMA 24992
Sicherheitsstufe A und B
Brandschutzklassen
Alle Brandschutzklassen für Tresore in einem ersten Überblick
Prüfinstanzen für die Sicherheit von Tresoren

 

Sicherheitsvorkehrungen für den Einbruchschutz bei Tresoren

Interessant ist zu wissen, was einen sicheren Tresor überhaupt ausmacht, was konkret der Unterschied zwischen einem sicheren und einem weniger sicheren Schutzschrank ist. Nun, zunächst kommt es auf die Wandungen an. Diese sind mit unterschiedlichen Materialien verstärkt, die einmal mehr, einmal weniger Krafteinwirkung aushalten.
Am widerstandsfähigsten gilt eine Kombination aus Beton und Stahl. Sogenannte Karborund-Partikel in einer Betonfüllung oder gehärtete Stahlrohre mit Stahlkugelfüllung lassen die zum Aufbrechen des Tresors verwendeten Werkzeuge schnell abstumpfen.
Außerdem ist entscheidend, wie intelligent das Schließsystem und die Einbruchabwehr generell sind. Ausschlaggebend ist am Ende die Zeit (welche dann verschlüsselt in RU angegeben ist), die die Tester der Prüfinstitute brauchen, um sich Zugriff auf das Innere des Tresors zu verschaffen. Dabei werden zwei Werte angegeben. Sie bezeichnen zum einen die Zeit, die für den Teildurchbruch (Loch hat etwa die Größe einer Hand und es kann auf einen Teil des Tresors zugegriffen werden) und zum anderen für den Volldurchbruch (Einbrecher hat vollen Zugriff auf den Inhalt des Tresors) benötigt wird.

Alle Sicherheitsstufen für Tresore in einem ersten Überblick

Sicherheitsstufe

RU

Versicherungssumme privat (Richtwert)

Versicherungssumme gewerblich (Richtwert)

Sicherheitsstufe S1 nach EN 14450

 

€ 2.500,00

nicht vorgesehen für gewerbliche Nutzung

Sicherheitsstufe S2 nach EN 14450

 

€ 2.500,00

nicht vorgesehen für gewerbliche Nutzung

Sicherheitsstufe 0 nach EN 1143-1

30/30 RU*

€ 40.000,00

€ 10.000,00

Sicherheitsstufe 1 nach EN 1143-1

30/50 RU*

€ 65.000,00

€ 20.000,00

Sicherheitsstufe 2 nach EN 1143-1

50/80 RU*

€ 100.000,00

€ 50.000,00

Sicherheitsstufe 3 nach EN 1143-1

80/120 RU*

€ 200.000,00

€ 100.000,00

Sicherheitsstufe 4 nach EN 1143-1

120/180 RU*

€ 400.000,00

€ 150.000,00

Sicherheitsstufe 5 nach EN 1143-1

180/270 RU*

€ 500.000,00

€ 250.000,00

Sicherheitsstufe 6 nach EN 1143-1

270/400 RU*

> € 500.000,00

€ 375.000

Sicherheitsstufe 6 KB (Explosionsschutz) nach EN 1143-1

270/400 RU*

> € 500.000,00

€ 500.000

*RU = resistance unit

Die Widerstandsgrade laut der EN 1143

Da einem aber die rohen Zahlen oft keine zufriedenstellende Auskunft geben, möchten wir im Folgenden nochmal detaillierter auf die Tresor Sicherheitsstufen eingehen. Die möglichen Versicherungssummen und die RU wurden bereits dargelegt. Nun soll es um die genauere Beschreibung und den Aufbau gehen.

Sicherheitsstufe S1 und S2

Die S-Sicherheitsstufen stellen die beiden niedrigeren Klassen dar. Sind Tresore mit diesem Schutz ausgestattet, werden sie im Fachjargon Sicherheitsschrank genannt. Schränke mit höherem Schutz bezeichnet man als Wertschutzschrank. Die Schränke der S1 und S2 sind allerdings alles andere als zu unterschätzen. Auch sie halten mechanischer Einwirkung und leichten Bränden stand.

Sicherheitsstufe 0

Prinzipiell gilt, dass alle nun folgenden Sicherheitsstufen über einen definierten und typgeprüften Einbruchsschutz gegen Angriffe mit mechanisch und thermisch wirkenden Werkzeugen verfügen. Bei der Sicherheitsstufe 0 handelt es sich um den leichtesten Schutz, der eine RU von 30/30 aufweist. Er hat also 30 Einheiten (wie lange das in Minuten ist, weiß nur die Prüfinstanz) lang standgehalten bis ein Vollzugriff möglich war.

Sicherheitsstufe 1

Bei Sicherheitsstufe 1 steigert sich das insofern, als dass es zwar genauso lange braucht, ein handgroßes Loch zu machen, wie bei Stufe 0, ein Vollzugriff aber noch länger dauert. Bevor der Einbrecher also den gesamten Inhalt des Tresors erreichen kann, hat er laut den RU noch um einiges mehr an Arbeit vor sich, als bei der Sicherheitsstufe 0.

Sicherheitsstufe 2-6

Ab Widerstandsgrad 2 steigert sich nicht nur die RU kontinuierlich, sondern es gibt optional auch die Möglichkeit einen speziellen Schutz gegen plastischen Explosionsstoff einzubauen. Während man bei der Sicherheitsstufe 2 noch 80 Einheiten für den Vollzugriff benötigt, halten Tresore der Sicherheitsstufe 6 bereits 400 RU lang stand.

Generelle Sicherheitsmerkmale

Der VdS überwacht einerseits die Produktion der Tresore und prüft sie andererseits anschließend. Dabei wird auf mehrere Aspekte Augenmerk gelegt. Zunächst ist das Verschlusssystem im Fokus, das durch geprüfte Hochsicherheitsschlösser ausgestattet wird, die übrigens je nach Widerstandsgrad in ein- oder mehrfacher und verschiedenartiger Ausführung vorhanden sein können bzw. müssen. So kombiniert man etwa Schlüssel- und Code-Identifikation miteinander.
Außerdem wird die Verankerungseinrichtung und die Betriebs- und Montageanleitung kontrolliert und sichergestellt, dass das Entfernen der Verschlussvorrichtung nicht ohne sichtbare Schäden bleibt und es werden einige optionale Sicherheitsvorkehrungen angebracht bzw. überprüft.

Widerstandsklassen laut VDMA 24992

Bei der VDMA-Richtlinie handelt es sich um eine veraltete Verordnung, die mit Jahresbeginn 2004 durch die europäische Norm ersetzt wurde. Sie wurde vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau vorgegeben und kontrolliert und unterschied 2 Sicherheitsstufen, wie nunmehr für neu zu verkaufende Modell unzulässig ist.
Alte Sicherheitsschränke, die noch mit diesen Standards ausgestattet sind, dürfen selbstverständlich weiterverwendet werden. Es ist nur eventuell anzuraten mit der Versicherung abzusprechen, ob die in so einem Schrank verwahrten Gegenstände auch noch mit der entsprechenden Summe versicherbar sind.

Sicherheitsstufe A und B

Weder Sicherheitsstufe A noch B wurden typgeprüft oder bei der Herstellung überwacht. Es wurden lediglich Mindestanforderungen an die Wanddicke, den Werkstoff und den Verschluss gestellt. Es wurde aber nicht geprüft, wie hoch der Widerstandswert des Tresors ist. Je nach Konstruktion konnte dieser stark variieren.

Brandschutzklassen

Eine wichtige Überlegung vor dem Kauf eines Tresors ist auch, ob der Inhalt nur gegen Einbruch, oder auch gegen Feuer geschützt werden soll. Das ist der Fall, wenn beispielsweise wichtige Dokumente darin aufbewahrt werden.
Wenn Sie einen Brandschutztresor brauchen, können Sie je nach Inhalt verschiedene Tresore kaufen. Dabei wird unterschieden zwischen Feuerschutz für Dokumente (maximale Innentemperatur nur so hoch, dass Papier keinen Schaden nimmt) und Feuerschutz für Daten (maximale Innentemperatur übersteigt den für Datenträger kritischen Punkt nicht). Brandschutzklassen zeigen also an, wie lange Papiere und Datenträger vor Hitze geschützt werden.

Alle Brandschutzklassen für Tresore in einem ersten Überblick

Bezeichnung

Anforderungen

LFS30P

Leichter Feuerschutz für 30 Minuten, für die Lagerung von Papier geeignet

UL72

Feuerschutznorm aus den USA, häufigste Klassen: 60 Minuten, 90 Minuten und 120 Minuten, jeweils für Papier und Daten

NT Fire 017

Feuerschutznorm aus Schweden, häufigste Klassen: 60 Minuten, 90 Minuten und 120 Minuten, jeweils für Papier und Daten

EN1047-1 S60P

Geprüfter Feuerschutz „Papier“ für 60 Minuten Beflammungszeit

EN1047-1 S120P

Geprüfter Feuerschutz „Papier“ für 120 Minuten Beflammungszeit

EN1047-1 S60DIS

Geprüfter Feuerschutz „Daten“ für 60 Minuten Beflammungszeit

EN1047-1 S120DIS

Geprüfter Feuerschuzz „Daten“ für 120 Minuten Beflammungszeit

Die Brandschutzklassen bei Dokumentenschränken reichen beim Feuerschutz von 30 bis 120 Minuten. Erkennbar sind diese Tresore am „P“ für „Paper“ hinter der Zertifizierung (z.B. LFS30P). Feuerschutz für Daten erkennt man am „DIS“ hinter der Zertifizierung (z.B. S120DIS). Selbstverständlich sorgen auch bei diesen Modellen unabhängige Tests dafür, dass der angegebene Brandschutz auch tatsächlich eingehalten wird.

Prüfinstanzen für die Sicherheit von Tresoren

Zertifiziert werden die Tresore vom ECB-S (European Certification Body) in Frankfurt und der VdS Schadenverhütung GmbH mit Sitz in Köln. Diese unabhängigen Institute führen umfangreiche Tests durch, um die entsprechenden Schutzklassen und Sicherheitsstufen bestimmen zu können. Wie diese Verfahren auszusehen haben, ist in den europäischen Normen 1143 und 14450 (früher VDMA 24992) festgelegt.